Judischer Kindergarten
2005-2 M Mendritzki
2005-10 K Krieger
2008-05 M.Sommer.pdf
2010-01 J. stemmler
Jødisk Barnehage - Jüdischer Kindergarten
(2010-12)
Warum gibt es dieses Projekt bei ASF?
Das Projekt verbindet die Arbeit mit Nachkommen von Überlebenden des Holocaust mit der Situation von Juden in Norwegen heute. Die Arbeit im Kindergarten gibt dem FW Einblicke in die jüdischen religiösen Traditionen und wie sie im Rahmen der Einrichtung Kindergarten gelebt werden. Gleichzeitig erhält der FW Einblick in die norwegischen Richtlinien von Kinderbetreuung. Das Projekt trägt zur Förderung des interreligiösen, aber ebenso des interkulturellen Dialogs bei. Der jüdische Kindergarten ist seit 2004 Projektpartner von ASF.
DER ORT:
Der jüdische Kindergarten liegt mitten in Oslo, Stadtteil St. Hanshaugen und ist im neu gebauten Gemeindehaus untergebracht. Ein Kontakt mit der jüdischen Gemeinde ist auf Grund der räumlichen Nähe gegeben. In seiner Freizeit ist der FW zu vielen Veranstaltungen der Gemeinde, insbesondere der jüdischen Festlichkeiten, herzlich eingeladen. Auch ein Besuch der Synagoge am Shabbat im Nachbarhaus ist sehr zu empfehlen.
DAS PROJEKT
Der Träger
Der Träger des jüdischen Kindergartens ist ein selbständiger Verein, dieser ist aber eng mit der Osloer jüdischen Gemeinde verbunden.
Kinder und Personal in der Einrichtung
Insgesamt besuchen momentan 29 Kinder im Alter von 1 – 6 Jahren den jüdischen Kindergarten. Diese werden je nach Alter in zwei Gruppen geteilt: 1-3 Jahre und 3-6 Jahre.
Betreut werden die Kinder von pädagogischen Fachkräften sowie Assistenten. Die praktische Arbeit im Kindergarten ist für alle Mitarbeiter identisch und auch dem FW wird ein hohes Maß an Verantwortung übertragen, sodass seine Arbeitsaufgaben sich in weiten Teilen mit denen der anderen Angestellten decken.
Zur Zeit hat die Gemeinde 2 Praktikanten aus Israel, die unter anderem auch im Kindergarten mitarbeiten. Dieses Programm soll auch in Zukunft weitergeführt werden.
Was wird gemacht: Das Konzept
Der Kindergarten folgt den norwegischen Vorschriften des Bildungsministeriums für Kindergärten. Die vorschulische Bildung der Kinder steht im Vordergrund. Besondere Erwähnung sollte das sogenannte „friluftsliv“ an dieser Stelle finden, was einen hohen Arbeitseinsatz an der frischen Luft bedeutet. Abgesehen von seinem religiösen und kulturellen Hintergrund unterscheidet sich der Kindergarten ansonsten nicht von anderen Kindergärten.
Erwartungen des Projektes an den FW allgemein
Das Projekt erwartet in erster Linie einen FW, der Spaß an der Arbeit mit Kindern hat. Diese Arbeit erfordert viel Geduld und einen hohen Grad an Selbstdisziplin. Der FW geht in den Turnusplan der Mitarbeiter ein und der FW bekommt größtenteils die gleichen Aufgaben wie die restlichen Erzieher. Der Hauptunterschied besteht darin, dass der FW nur in begrenztem Maße mit den Kindern allein sein darf. Nur wenn andere Erzieher in der Nähe sind, kann der FW beispielsweise mit den Kindern allein in einem Raum sein. Ausflüge außerhalb des Kindergartens ohne Begleitung anderer Erzieher sind zum Beispiel nicht möglich.
Die Arbeitszeit beträgt 37,5 Wochenstunden. Das Projekt erwartet, dass die Ferien in den Schließzeiten des Kindergartens genommen werden, d.h. im Sommer. In Absprache mit dem Kindergarten sind begrenzte Ausnahmen möglich.
FW
Arbeitsaufgaben
Der FW wird zu nahezu gleichen Anteilen in beiden Kindergartengruppen zugeteilt. Dies hat den enormen Vorteil von einem sehr abwechslungsreichen Alltag und dass der FW in sämtliche Routinen Einblick bekommt – er arbeitet mit Kindern im Krabbelalter bis zu den Vorschülern zusammen. Prinzipiell unterscheiden sich die Aufgaben des FW kaum von denen der „normalen“ Angestellten. Er ist daher in sämtliche Kindergartenroutinen involviert, wobei Fähigkeiten und Interessen des FW natürlich berücksichtigt werden. Eigeninitiativen wie Sport und Basteln/Malarbeiten werden begrüßt.
Kontaktperson und Begleitung
Das Projekt stellt für den FW eine Kontaktperson, die verantwortlich für die begleitenden Gespräche ist. Diese Funktion übernimmt die Leiterin des Kindergartens. Sie ist dabei neben der Begleitung der Projektarbeit auch für die organisatorischen Belange wie Wohnung, Urlaub und Verpflegung zuständig.
Wohnsituation und finanzielle Regelungen
Der Freiwillige ist unweit des Projektes in einem großen, an eine Hochschule angeschlossenen Wohnkomplex untergebracht. Ein eigenes Bad ist vorhanden, die Küche teilt er sich mit 4 weiteren Mitbewohnern. Das kann einen Vorteil darstellen, da hier gute Kontakte geknüpft werden können, sollte aber auch nicht überschätzt werden, da dieser Wohnkomplex nicht mit einem „klassischen“ Studentenwohnheim verglichen werden kann.
Für die Verpflegung bekommt der FW vom Kindergarten monatlich 2000 NOK, welche bei guter Haushaltung und gewissen Abstrichen die Verpflegung sicherstellen. Aus organisatorischen Gründen müssen monatlich Kassenzettel als Beleg über die Verpflegung eingereicht werden. Zusätzlich bekommt der FW von der ASF-Länderbeauftragten monatlich 1500 NOK Taschengeld, über das er ohne Auflagen und Rechenschaft frei verfügen kann. Insgesamt verfügt der FW also über monatlich 3500 NOK für den eigenen Bedarf inklusive Nahrungsmittel. Das klingt umgerechnet erstmal viel, Oslo ist aber nicht ohne Grund die teuerste Stadt der Welt. Auch hier gilt: Bei guter Haushaltung und Anpassung des Lebensstils kommt man damit über den Monat.
Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit
Es gibt eine Vielzahl von Kultur- und Freizeitangeboten, die dem FW viele Möglichkeiten geben, seine eigenen Interessen und Fähigkeiten umzusetzen. Rund um Oslo gibt es auch zahlreiche „Naherholungsgebiete“, die auf alle erdenklichen Arten genutzt werden können. Beispielsweise kann man mit der U-Bahn direkt in Langlaufgebiete oder mit dem Stadtbus zum Abfahrtslift fahren. An einem Wochenende kann man auch denkbar schnell in die „norwegische Pampa“ fahren – gerade Wander- und Outdoor-Freunde werden dies schnell zu schätzen wissen. Des Weiteren gibt es ein sehr reiches Angebot an Sportvereinen für Freizeitsport. Ein Projektplatz in Oslo bietet die perfekte Kombination vom Stadtleben in einer der größten skandinavischen Metropolen und dem Erlebnis der Weite und Unberührtheit der legendären norwegischen Landschaft. In Oslo sind 3 weitere FW eingesetzt, einer davon in unmittelbarer Nähe im jüdischen Altersheim.