Jødisk Bo- og Seniorsenter
2010-01 J.Monseens
2002-04 Julia Bloeser
2004-2 M Jancevskis
2005-2 A Maier
2005-12 H Waller
2006-12 M Streicher
2007-12 R Muench
2008-07 R.Münch.pdf
Jødisk Bo- og Senior Senter - Jüdisches Wohn- und Senioren Zentrum (JBSS)
(2010-12)
Warum gibt es das Projekt bei ASF?
Das Projekt bietet die Begegnung mit Menschen, die unmittelbar vom Holocaust betroffen sind und gleichzeitig öffnet sich eine Tür jüdisches Leben in der Gegenwart und im Besonderen in Norwegen zu erfahren. Die Nähe zur Gemeinde ermöglicht Kontakte zu allen Generationen von norwegischen Juden. Das jüdische Wohn- und Senioren Zentrum ist seit 1994 Projektpartner von ASF.
DER ORT
Das jüdische Wohn- und Altenheim liegt mitten in Oslo, links an die Synagoge angelehnt am Bergstien 17 im Stadtteil St. Hanshaugen. Das Haus besitzt fünf Etagen. In der unteren Etage sind die Büroräume und die Pflegeabteilung. Essens- und Aufenthaltsräume finden sich in der 1. Etage. Die Wohnungen liegen in der 3. und 4. Etage. In der 5. Etage sind ein grosser Gemeinschaftsraum mit Küche und die beiden Gästräume.
DAS PROJEKT
Der Träger
Das jüdische Wohn- und Senioren Zentrum (JBSS) ist ein selbständiger Stiftung neben der jüdischen Gemeinde und bietet jüdischen Senioren ein betreutes Wohnen und ein Pflegeangebot.
Die Bewohner
Das Wohnzentrum hat Wohnungen für 24 Plätze. In der Einrichtung leben Menschen aus verschiedenen. Ländern zusammen. Einige sind als Flüchtlinge im zweiten Weltkrieg nach Norwegen gekommen andere nach dem Krieg aus den DP-Lagern. Allen ist aber gemeinsam, dass Norwegen ihr Heimatland geworden ist.
Was wird gemacht? Konzept
Das JBSS basiert auf 3 Aspekten: Sicherheit, Respekt und Qualität. Das bedeutet:
- Das Heim ist ein sicheres Wohnangebot für ältere Juden, die in Norwegen leben
- Das Heim sorgt für die kulturellen, religiösen und sozialen Bedürfnisse der Bewohner.
- In dem Heim können die Bewohner ihren Lebensabend verbringen, soweit es medizinisch verantwortlich ist.
- Das Heim ist zusätzlich ein Netzwerk- und Aktivitätszentrum für ältere Juden aus Oslo und der Umgebung.
Erwartungen des Projektes an den FW
Das Personal ist international, religiös und nichtreligiös ebenso jüdische und nichtjüdisch. Von den Mitarbeitern und dem Freiwilligen wird erwartet, dass sie Respekt und Loyalität gegenüber dem jüdischen Glauben und der Kultur zeigen.
Dieses Projekt hat eine Freiwilligenstelle eingerichtet, weil sie
· jungen Deutschen die Möglichkeit der Verständigung mit Opfern des zweiten Weltkriegs ermöglichen will,
· die Unterstützung der Arbeit durch den Freiwilligen nutzt und weil
· es ein sehr schönes Erlebnis für die älteren Menschen ist, mit jungen Menschen ständigen Kontakt zu haben, der sie auch zu einem gewissen Grad wacher und aktiver hält und das Altenheim somit attraktiver macht.
Von dem FW wird erwartet, dass er/sie sich mit den Zielen der Einrichtung vertraut macht und nach den Wertvorstellungen derselben arbeitet, d.h Respekt gegenüber den Bewohnern, den Angehörigen und dem Personal zeigt. Der FW unterliegt der gesetzlich vorgeschriebenen Schweigepflicht.
Der FW ist der Abteilungskrankenschwester unterstellt und sie übernimmt auch die Begleitung. Der FW ist nicht Teil des Personals und nimmt von daher auch nicht an Personalsitzungen, sowie Personalfeiern teil. Zum Weihnachtsessen des Personals im Altenheim ist er/sie jedoch eingeladen.
Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 37,5 Stunden.
Der Freiwillige
Arbeitsaufgaben
Der FW soll sich in Zusammenarbeit mit der Kontaktperson einen Wochenplan erarbeiten. Dieser Plan ist die Grundlage für die wöchentlichen Arbeitsaufgaben. Hier variieren die Ausgaben von FW zu FW und je nach Bedarf der Bewohner.
- Der FW soll keine Aufgaben des Pflegepersonals übernehmen.
- Initiative zu eigenen Aktivitäten, z.B. Filmvorführungen, Musikstunden, Spaziergänge im nahe gelegenen Park, Besuche in den Zimmern, Teilnahme am Mittwochsklub (Dort treffen sich auch alle Bewohner und ältere Juden, die nicht im Seniorenheim wohnen, zu Kaffee, Kuchen und Lottospiel, oft ist auch noch für Programm gesorgt. Denjenigen, die nicht so gut sehen können, kann beim Lotto spielen geholfen werden.) o.ä.
- Der Schwerpunkt verschiebt sich mehr und mehr von Gruppenaktivitäten zu Einzelaktivitäten hin. Grund ist das reichhaltige Angebot des Hauses und das wachsende Alter der Bewohner. Wenn Gruppenaktivitäten durchgeführt werden sollen bedarf es langer Vorlaufzeiten und einiges an Durchhaltevermögen des Freiwilligen (volles Programm, dass kaum Freiraum lässt)
- Der FW soll den Bewohnern helfen, aber immer im Verhältnis dazu, was ein Bewohner selbst machen kann.
- Einkauf für die Bewohner. Dazu geht man meist von Zimmer zu Zimmer, unter Auslassung derjenigen, die selber Einkaufen gehen und notiert sich die Wünsche und sammelt das Geld ein. Nach dem Einkauf muss er/sie dann die Waren austeilen.
- Wünschen Bewohner speziell etwas, ist das immer mit der Kontaktperson zu besprechen
- Die Begleitung der Bewohner bei Arztbesuchen geschieht in Absprache mit der Kontaktperson und tritt an die Stelle der im Plan vorgesehen Aufgaben.
- Der Freiwillige holt jeden morgen als erstes die Post.
- Der FW unterstützt die Bewohner bei den Mahlzeiten und hilft der Küche beim Decken bzw. Abdecken der Tische. Bei Bedarf muss er/sie beim Abwasch helfen.
- Vorbereitung des wöchentlichen Trim in der 5. Etg. Begleitung der Bewohner in die 5. Etg. Sollte der Physiotherapeut nicht da sein, Trim leiten. Getränke am Ende bereithalten.
- Der Freitag verläuft etwas schneller, denn es wird schon um 13 Uhr ein kleiner Lunch gegessen. Der Freiwillige hilft mit den Raum für den Schabbat herzurichten. Nach Sonnenuntergang wird der Schabbat feierlich mit einem Festessen eingeleitet. Der FW ist dazu eingeladen
- Der Freiwillige hat viel Zeit, um die Bewohner in ihren Wohnungen zu besuchen und sich mit ihnen zu unterhalten, von ihnen zu erfahren, Norwegisch zu lernen. Dieser Teil ist enorm wichtig.
Kontaktperson und Begleitung
Angleena Singh ist die Hauptansprechpartnerin des Freiwilligen. Fragen, Vorschläge, Bitten laufen über sie, werden aber oft weitergereicht an die Chefin. Die Treffen finden in den ersten drei Monaten wöchentlich statt, später dann einmal im Monat oder nach Bedarf. Der FW kann hier die Situation aufnehmen, wo er Begleitung braucht, ebenso wird die Abteilungsleiterin Problemstellung ansprechen. Es besteht die Möglichkeit auch andere Angestellte in diese Gespräche einzubeziehen. Der Freiwillige hat die Möglichkeit an der halbstündigen Mittagspause von halb zwölf bis zwölf teilzunehmen, um in Kontakt mit den anderen Mitarbeitern zu kommen.
Insgesamt wird in dem Projekt sehr streng auf Formalien, Rechte und Pflichten geachtet, so dass es nur selten zu Missverständnissen kommt. Urlaubstage müssen vorher bei der Kontaktperson angegeben werden. Die Möglichkeit sich durch Sonntagsarbeit einen Ferientag zu erarbeiten ist nur beschränkt möglich, am Samstag darf aufgrund des Schabbat nicht gearbeitet werden. An jüdischen Feiertagen die in die Woche fallen muss gearbeitet werden, die offiziellen Feiertage hat der Freiwillige frei.
Wohnsituation
Der Freiwillige wohnt in der 5. Etage des Seniorenzentrums. Ihm steht ein Zimmer mit Bad zu Verfügung, aber keine Küche. Das Essen erhält der FW im Projekt, jedoch kann er sich Tee oder Kaffee im Zimmer kochen, auch ein kleiner Kühlschrank steht zur Verfügung. (Siehe Hausregeln)
Aktivitäten und Kontakte in der Freizeit
Es gibt eine Vielzahl von Kultur- und Freizeitangeboten, die den FW viele Möglichkeiten geben, seine eigenen Interessen und Fähigkeiten umzusetzen. In Oslo sind 3 weitere FW eingesetzt.